Sonntag, 30. April 2017

Caspar David Friedrich Kalender am 1. Mai 2017: Vorbotin von was?

Caspar David Friedrich: Eule vor dem Mond. Um
1836, Sepia, 27,9 x 24,4 cm, Eremitage St. Petersburg

In einem Brief an Gottlob von Berlepsch vom 1. Mai 1815 berichtete Caspar David Friedrich über Bilder, die er in seinem Atelier in Arbeit hat. Darunter ein Mond-Eulen-Bild, das unbekannt geblieben ist. Das Sujet ist eines der beliebtesten der Malerei der Romantik. Welche Vorstellung der Maler damit verband, ist nicht bekannt. Unterstellt wird die Verwendung als Nacht- und Totenvogel, zusammen mit dem Vollmond als Symbol der göttlichen Weisheit. Bei Friedrich ist auch denkbar, dass er die Eule wie in der Antike für eine Vorbotin von Glück oder Unglück hielt, das entspräche seiner Denkverfassung.

Samstag, 29. April 2017

Caspar David Friedrich Kalender am 30. April 2017: Romantik mathematisch



Im Caspar David Friedrich Zentrum zeigt vom 30. April 2017 an die Ausstellung
Sven Drühl – Permutation. Der Berliner Künstler, Mathematiker, Autor und Kunstwissenschaftler Sven Drühl beschäftigt sich mit den Motiven verschiedener Landschaftskünstler aus den letzten zwei Jahrhunderten, darunter auch Caspar David Friedrich. Mit seiner Ausstellung „Permutation“ zeigt Sven Drühl seine Arbeiten am Geburtsort des Landschaftsmalers Caspar David Friedrich.

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Freitag, 28. April 2017

Caspar David Friedrich Kalender am 29. April 2017: Abgekupfert

Caspar David Friedrich: Junotempel in Agrigent.
Um 1830, Öl auf Leinwand, 54 x72 cm,
Dortmund, Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Am 29. April 1789 wurde Carl Ludwig Frommel auf Schloss Birkenfeld (Nahe) geboren. Nach einer Vorlage des Professor der Malerei und Kupferstechkunst fertigte Caspar David Friedrich, der nie in Italien war, mit wenigen Änderungen sein Gemälde Junotempel in Agrigent.


Tempel von Agrigent, Aquatintaradierung von Franz Hegi nach
einem Aquarell von Carl Ludwig Frommel, 1822

Donnerstag, 27. April 2017

Caspar David Friedrich Kalender am 28. April 2017: Dunkles Wesen

Caspar David Friedrich: Ruine in der
Abenddämmerung. Um 1831, Öl auf Leinwand,
70,5 x 49,4 cm, Neue Pinakothek München

Am 28. April 1853 starb Ludwig Tieck in Berlin. Der Dichter der Romantik fand in Caspar David Friedrich jenen Landschaftsmaler, der mit seinem reichen poetischen Gemüt ausdrücken konnte, was er selbst in Worten nicht zu sagen vermochte. Gleichwohl ist ihm Vieles an seinem Wesen dunkel geblieben.

Mittwoch, 26. April 2017

Caspar David Friedrich Kalender am 27. April 2017: Caspar im Musical

Caspar David Friedrich: Kreuz im Walde. 1812, Öl
auf Leinwand, 42 x 32 cm, Staatsgalerie Stuttgart
Fundstück im April: Der französische Chansonnier Jean Claude Pantel widmet Caspar David Friedrich einen Song in dem Musical LE VOYAGEUR DE L'ORAGE . Dazu das Video zum Anhören.



Dienstag, 25. April 2017

Caspar David Friedrich Kalender am 26. April 2017: Neubrandenburger Universalbaum

Caspar David Friedrich: Wald im Spätherbst. 1835, Öl
auf Leinwand, 35 x 44 cm, Angermuseum Erfurt

Am 26. April 1809 zeichnete Caspar David Friedrich eine am Hang stehende Eiche am Tollensesee in Neubrandenburg. Dieser Baum ist in mehreren Gemälden mit Modifizierungen verwendet, etwa Wald im Spätherbst, Zwei Männer in Betrachtung des Mondes und Winterlandschaft. Die Eiche ist der der Universalbaum in Friedrichs Werk. Die legendäre, etwa 300 Jahre alte Eiche stand etwa bis 1815 am Abhang nahe des Aussichtspunktes Belvedere.


Caspar David Friedrich: Studie einer Eiche, Baum
 mit Wurzel, 25./26. April 1809, Bleistift, 31,9 x 25,8 cm,
Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett

Caspar David Friedrich: Zwei Männer in Betrachtung des Mondes.
1819, Öl auf Leinwand, 33 x 44,5 cm, Galerei Neuer Meister Dresden
Caspar David Friedrich: Winterlandschaft. 1811, Öl auf
Leinwand, 33 x 46 cm, Staatliches Museum Schwerin

Montag, 24. April 2017

Caspar David Friedrich Kalender am 25. April 2017: Streit um des Malers Bart

Caspar David Friedrich: Selbstbildnis. Vor 1810,
schwarze Kreide, 22,5 x 18 cm, Städtische
Galerie Dresden, Graphische Sammlung

Vermutlich vom April 1806 stammt dieses Selbstbildnis von Caspar David Friedrich. Um die Bedeutung dieses gewaltigen Kosakenbartes wird unter Kunsthistorikern gestritten. Verbreitet ist die nach dem Tod des Malers kolportierte These, er wollte damit eine Narbe verdecken, die an einen Selbstmordversuch erinnere. Dafür gibt es jedoch keine sachlich begründeten Anhaltspunkte außer einer abenteuerlich ausgeschmückten biografischen Skizze eines Anonymus, auf die sich alle nachfolgenden Interpreten beriefen:

Schon hatte er sich in einsamer Klause eine tiefe Wunde am Hals beigebracht, als die Tür aufgerissen und er doch noch nicht nur gerettet, sondern auch durch Freundesvorstellung dahin vermocht wird, sein Ehrenwort auf Unterlassung jedes neuen Versuchs gegen sein Leben zu verpfänden.

Letztlich diente die Suizid-Theorie lediglich dazu, Friedrichs depressive Episoden zu dramatisieren, um die Antriebe für eine jenseitsorientiere Kunst besser illustrieren zu können.